Rund 5,8 Milliarden Euro: Mit diesem Umsatz rechnete der Handelsverband Deutschland (HDE) für den Black Friday und Cyber Monday 2025. Das klang viel, war aber weniger als im Vorjahr und damit der erste prognostizierte Rückgang seit 2016. Gleichzeitig wollten 48 Prozent der Befragten 2025 am Black Friday auf Schnäppchenjagd gehen. Das Interesse war also da, das Geld saß aber weniger locker.
Konkrete Prognosen für den diesjährigen Black Friday am 27. November 2026 gibt es noch nicht, die Vorzeichen sind aber verhalten. Umso wichtiger ist es für Händler, dass Kunden ihr Angebot überhaupt finden. Und gefunden wird zunehmend nicht mehr nur über klassische Suchergebnisse, sondern auch über KI-Antworten: im Google KI-Modus und den AI Overviews oder direkt bei KI-Assistenten wie ChatGPT und Gemini.
Mehr Vergleich, weniger Ausgabefreude
Kunden gehen mit Black-Friday-Angeboten heute kritisch um. In einer Befragung von YouGov und SINUS zum Black Friday 20251 gaben 64 Prozent an, in den Angeboten oft Scheinrabatte zu erkennen. Statt spontan zuzugreifen, vergleichen viele genauer, bevor sie kaufen. Für Händler heißt das: Transparente Preiskommunikation zahlt sich aus und schafft Vertrauen. Das gilt auch für KI-Systeme, für die glaubwürdige Angebote ebenfalls ein Vertrauenssignal darstellen.
Hinzu kommt eine gedämpfte Kauflaune: Das HDE-Konsumbarometer ist im Oktober 2026 erneut gesunken und liegt deutlich unter dem Vorjahresniveau.2
Die Schnäppchensuche verlagert sich zunehmend in die KI
Wer vergleichen will, fragt immer öfter eine KI. Laut Bitkom nutzt die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland zumindest manchmal einen KI-Chat statt der klassischen Internetsuche.3 Wie schnell sich das entwickelt, zeigt ein Blick in die USA. Dort stieg der Traffic von generativen KI-Tools zu Retail-Websites im Weihnachtsgeschäft 2025 um 693 Prozent gegenüber dem Vorjahr.4
Für Händler hat das eine konkrete Folge: Ein Kunde fragt etwa „Was ist der beste Black Friday Deal für eine Bohrmaschine unter 150 €?“. Die KI-Antwort nennt dann nur wenige Produkte und Händler.
Drei GEO-Maßnahmen für den Black Friday
Wie Generative Engine Optimization (GEO) grundsätzlich funktioniert, erklären wir in unserer Reihe „Mit GEO fit für die KI-Suche“. Bei der Vorbereitung auf Aktionstage wie den Black Friday helfen diese drei Maßnahmen:
1. Eine Black-Friday-Seite mit Mehrwert frühzeitig live schalten.
Suchmaschinen und KI-Systeme brauchen Zeit, um Inhalte zu erfassen. Eine Seite, die erst am Aktionstag online geht, kommt dafür oft zu spät. Google selbst empfiehlt deshalb, Aktionsseiten frühzeitig anzulegen und jedes Jahr dieselbe URL zu verwenden. Füllen Sie die Aktionsseite schon vor der Aktion mit Inhalten wie Vergleichen oder Geschenkberatern passend zu Ihrem Sortiment. Solche Informationen können KI-Systeme zitieren. Die konkreten Angebote ergänzen Sie dann zum Aktionsstart. Nach der Aktion bleibt die Seite online, statt gelöscht oder weitergeleitet zu werden. So muss sie im nächsten Jahr nicht neu erfasst werden, sondern baut ihre Sichtbarkeit über die Jahre weiter auf.
2. Preise und Verfügbarkeiten konsistent halten.
KI-Assistenten vergleichen Angebote aus vielen Quellen. Weichen Preis, Lagerbestand oder Aktionszeitraum zwischen Shop, Produktfeed und anderen Quellen voneinander ab, riskieren Sie, mit falschen Angaben oder gar nicht empfohlen zu werden. Strukturierte Daten und gepflegte Feeds sind hier die Grundlage. Da sich Preise und Bestände rund um den Black Friday besonders schnell ändern, sollten die Intervalle zwischen einzelnen Feed-Exporten in dieser Zeit verkürzt werden.
3. In Preisvergleichen und Deal-Portalen präsent sein.
KI-Systeme stützen sich nicht nur auf Ihren Shop, sondern beziehen ihre Informationen auch aus Drittquellen wie Preisvergleichsportalen oder Listicles. Gerade rund um den Black Friday werden Angebote dort gebündelt und verglichen. Aktuelle Einträge und echte Kundenbewertungen zahlen deshalb auf Ihre KI-Sichtbarkeit ein.
Gefunden werden in der Peak Season
Die Umsätze rund um den Black Friday wachsen nicht mehr automatisch, und Kunden vergleichen kritischer als früher. Gerade für kleinere Händler, die keinen Rabattwettlauf mit den Großen führen können, wird Sichtbarkeit damit zum entscheidenden Hebel.
Quellen
- Befragung von YouGov und SINUS zum Black Friday 2025: „Schwarzer Freitag für den Handel? Nur 13 Prozent planen sicher am Black Friday einen Schnäppchenkauf“
- HDE-Konsumbarometer
- Bitkom Befragung: Internet-Suche im Wandel: Die Hälfte nutzt bereits KI-Chats
- Auswertung von Adobe: Holiday Shopping Season Drove a Record $257.8 Billion Online with Consumers Embracing Generative AI Tools