Mit GEO fit für die KI-Suche: Teil 06 – Vier Mythen im Faktencheck

Wer sich aktuell im Netz umschaut, findet jede Menge GEO-Ratschläge. Davon basieren einige auf echten Erkenntnissen, andere sind Halbwissen oder Hype. Im letzten Teil unserer Reihe nehmen wir vier der häufigsten GEO-Mythen unter die Lupe und prüfen sie anhand aktueller Studien und Beobachtungen aus der Praxis.

Mythos 1: „SEO ist tot.“

Das Urteil: eindeutig falsch.

Ja, für viele Websites sinken die organischen Klicks, weil KI-Systeme Antworten direkt liefern, ohne dass Nutzer auf einen Link klicken müssen. Daraus zu schließen, SEO sei überflüssig geworden, ist jedoch ein Trugschluss.

Eine Studie von AirOps1 aus dem März 2026 hat über 548.000 von ChatGPT abgerufene Seiten ausgewertet:

  • 3,5-mal häufiger zitiert werden Seiten, die bei Google auf Platz 1 ranken, gegenüber Seiten außerhalb der Top 20.
  • Mehr als die Hälfte aller zitierten Seiten stammte aus den Top-20-Google-Ergebnissen.

Wer bei Google gut sichtbar ist, hat also bessere Chancen, auch von der KI genannt zu werden. SEO ist nicht tot, sondern die Grundlage, auf der KI-Sichtbarkeit aufbaut.

Mythos 2: „Die KI findet einen nur, wenn man eine llms.txt Datei bereitstellt.“

Das Urteil: falsch.

Die llms.txt ist eine Textdatei, die Website-Betreiber bereitstellen können, um KI-Systemen Hinweise zu ihren Inhalten zu geben. Sie wird in manchen Kreisen als der GEO-Hebel Nr. 1 gehandelt. Die Faktenlage sieht jedoch anders aus:

  • Kein messbarer Effekt: Einen nachweisbaren Effekt auf die GEO-Sichtbarkeit hat die Datei bisher nicht gezeigt.
  • Keine Unterstützung durch große Plattformen: Keine der großen LLM-Plattformen hat öffentlich bestätigt, llms.txt als Signal zu verwenden.
  • Offizielle Absage von Google: Google stellt in seinem Leitfaden zur Optimierung für generative Suche2 sogar ausdrücklich klar, dass die KI-Suche auf diese Datei nicht zurückgreift.

Zeit und Budget sind deshalb in hochwertigen Inhalten und echten Vertrauenssignalen deutlich besser angelegt.

Mythos 3: „Es reicht, die eigene Website zu optimieren.“

Das Urteil: zu kurz gedacht.

Wer GEO auf die eigene Website reduziert, denkt zu eng. Studien zeigen, dass bis zu 80 Prozent aller KI-Zitierungen aus externen Quellen stammen. Erwähnungen in Fachmedien, Branchenportalen, Verzeichnissen oder nutzergenerierten Inhalten sind starke Signale dafür, dass eine Quelle vertrauenswürdig ist. Mehr dazu in Teil 5 unserer Reihe.

Mythos 4: „Englischsprachige Inhalte bringen für deutschsprachige Unternehmen nichts.“

Das Urteil: unterschätzt.

Wenn ChatGPT eine Anfrage bearbeitet, zerlegt es diese im Hintergrund in mehrere Teilsuchen: sogenannte Fan-out-Queries. Eine Analyse von Peec AI3, die über 10 Millionen ChatGPT-Prompts ausgewertet hat, zeigt:

  • 43 Prozent dieser Hintergrundsuchen laufen auf Englisch, auch wenn die ursprüngliche Anfrage in einer anderen Sprache gestellt wurde.

Wer relevante Inhalte auch auf Englisch bereitstellt, erhöht damit die Chancen, in diesen Hintergrundsuchen aufzutauchen und damit letztlich in der deutschen Antwort genannt zu werden.

Was wirklich hilft

GEO ist ein junges Feld und genau deshalb ist es anfällig für Halbwahrheiten und schnelle Versprechen. Die vier Mythen in diesem Artikel zeigen: Blinder Hype hilft nicht weiter. Was hilft, ist ein nüchterner Blick auf das, was tatsächlich belegt ist: relevante Inhalte, technische Sauberkeit und Präsenz dort, wo über einen gesprochen wird, auf Englisch wie auf Deutsch.

Damit schließen wir unsere Reihe Mit GEO fit für die KI-Suche ab. Die wichtigste Erkenntnis aus allen sechs Teilen: GEO ersetzt keine bewährten Grundlagen, sondern baut auf ihnen auf. Wer das versteht, ist für die KI-Suche besser aufgestellt als die meisten.

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