Informationelle Fragen wie “Was ist eine Schlagbohrmaschine?" beantworten KI-Systeme meist direkt aus ihren Trainingsdaten. Bei transaktionalen Prompts wie “Ich suche eine Bohrmaschine mit 60 mm Bohrtiefe.” greifen sie hingegen häufig auf Grounding zurück: d.h. sie ziehen Quellen aus dem Web heran, um ihre Antworten mit aktuellen Informationen anzureichern und passende Produkte zu finden.
Für Unternehmen bedeutet das: Wer in den herangezogenen Quellen vorkommt, erhöht seine Chance, in KI-Antworten genannt zu werden. In Teil 5 unserer Reihe zeigen wir, auf welche Quellen KI-Systeme häufig zurückgreifen und wie Sie dort gezielt Präsenz aufbauen.
Welche Quellen zitieren KI-Systeme am häufigsten?
Studien zeigen, dass bestimmte Quellentypen auffällig häufig in KI-Antworten auftauchen:
- Fachpublikationen und redaktionelle Medien
- Vergleichsseiten und Listicles
- Branchen- und Bewertungsportale
- Nutzergenerierte Inhalte auf Community-Plattformen wie Wikipedia, Reddit, YouTube oder LinkedIn
Allerdings unterscheiden sich die genutzten Quellen je nach KI-System, Branche und Thema. Es lohnt sich deshalb, die Recherche für den eigenen Themenbereich selbst in die Hand zu nehmen: Einfach in mehreren KI-Systemen konkrete Prompts zum eigenen Produkt eingeben, etwa „Was ist die beste Bohrmaschine für den Heimwerker-Bedarf?", und beobachten, welche Quellen bei der Websuche herangezogen werden. Quellen, die sich wiederholen, sind besonders relevant.
Tipp
Häufig liest man, dass Reddit die wichtigste Quelle im Grounding sei und eine Optimierung dort deshalb unabdingbar wäre. Das muss aber nicht für jeden Produktbereich gelten. Eine eigene Analyse lohnt sich.
Outreach-Strategien: So kommen Sie in die richtigen Quellen
Fachpublikationen, Vergleichsseiten und Listicles
Der direkte Weg über Mediadaten und bezahlte Platzierungen existiert, ist aber oft kostspielig. Wirkungsvoller und nachhaltiger ist der redaktionelle Weg: Das Redaktionsteam relevanter Publikationen anschreiben oder kennenlernen, etwa über LinkedIn oder auf Messen. Wer Redaktionsmitglieder persönlich kennt, erfährt aus erster Hand, welche Themen ein Medium gerade bewegen und kann gezielt Beiträge anbieten. Einstiegskontakte zu knüpfen zahlt sich langfristig aus.
Branchen- und Bewertungsportale
Die meisten Unternehmen, die regelmäßig in KI-Antworten für Software und Tools genannt werden, sind auf großen Bewertungsportalen wie Trustpilot, Google Reviews, G2 oder Capterra vertreten. Viele solcher Portale bieten kostenlose Grundprofile an, kostenpflichtige Optionen erhöhen die Sichtbarkeit auf der Plattform selbst, sind aber kein Muss für die KI-Sichtbarkeit. Entscheidend ist, dass das Profil vollständig ausgefüllt ist und aktiv Bewertungen eingesammelt werden.
Nutzergenerierte Inhalte auf Community-Plattformen
Fachartikel auf LinkedIn sind eine unterschätzte GEO-Maßnahme. Besonders wirksam sind Beiträge, die konkrete Praxisfragen beantworten. Wer dabei regelmäßig klare Aussagen trifft, wird zunehmend als Expertenquelle wahrgenommen. Auch YouTube bietet Potenzial: In manchen Themenbereichen fehlt aktueller Content, was sich daran zeigt, dass KI-Systeme auf alte Videos zurückgreifen. Wichtig ist, Transkripte bereitzustellen.
KI-Sichtbarkeit ist kein Zufallsprodukt
Wer in KI-Antworten genannt werden will, muss dort präsent sein, wo KI-Systeme nachschauen. Das ist keine Frage von Glück, sondern von gezieltem Aufbau: die richtigen Quellen kennen, Beziehungen zu Redaktionen pflegen, Profile auf Bewertungsportalen vollständig halten und Fachwissen auf Plattformen wie LinkedIn oder YouTube sichtbar machen.
Der erste Schritt ist kostenlos: Suchen Sie Ihr Produkt in für Ihre Branche relevanten KI-Systemen wie z. B. ChatGPT oder Perplexity, schauen Sie, welche Quellen auftauchen und entscheiden Sie, wo Sie als nächstes ansetzen wollen.