GEO klingt nach einem großen Strategieprojekt. Neue Tools, externe Agenturen, monatelange Umsetzung. Doch der erste Einstieg ist einfacher als gedacht und kostet im Zweifel nichts außer etwas Zeit. In Teil 3 unserer Reihe "Mit GEO fit für die KI-Suche" zeigen wir, wie Sie mit wenigen Handgriffen selbst ausprobieren können, ob und wie KI-Systeme Ihr Unternehmen wahrnehmen und auf welche Quellen sie dabei zurückgreifen.
Wo stehen Sie gerade?
Bevor Sie Ihre Website oder Ihren Content optimieren, müssen Sie wissen, wie KI-Systeme Ihr Unternehmen heute wahrnehmen. Der einfachste Weg: Stellen Sie ChatGPT, Perplexity oder Google Gemini dieselben Fragen, die Ihre Kunden stellen würden.
Ein typischer Einstiegsprompt könnte etwa sein: „Ich suche eine Bohrmaschine mit 60mm Bohrtiefe.“
Taucht Ihr Unternehmen in den Antworten auf? Wird Ihre Marke oder ihr Produkt genannt oder verlinkt? Diese einfache Bestandsaufnahme liefert Ihnen einen ersten Ausgangspunkt.
Tipp
Führen Sie diesen Test auf mehreren Plattformen durch. Verschiedene KI-Systeme nutzen unterschiedliche Quellen und kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Wer auf einer Plattform sichtbar ist, ist es nicht automatisch auf allen anderen. Nutzen Sie dafür am besten einen temporären Chat oder testen Sie im ausgeloggten Zustand. So vermeiden Sie, dass frühere Gespräche die Antworten beeinflussen und erhalten ein realistischeres Bild.
Prompts systematisch testen: So gehen Sie vor
Ein einziger Test reicht natürlich nicht. Sinnvoller ist es, eine kleine Liste mit relevanten Prompts aufzubauen, die für Ihre Zielgruppe und Ihre Produkte typisch sind.
Diese Arten von Prompts können Sie nutzen:
- Empfehlungsprompt: z.B. „Was ist das beste PIM System?“
Fragen Sie direkt nach Anbietern oder Tools. Das zeigt, ob Ihre Marke im Wettbewerbsumfeld wahrgenommen wird. - Vergleichsprompt: z.B. „Was ist besser: PIM System A oder B?"
Zeigt, wie und ob Ihr Unternehmen im direkten Vergleich wahrgenommen wird. - Kriterienprompt: z.B. „Ich suche ein PIM System für den Mittelstand, das sich schnell einführen lässt.“
Identifizieren Sie gezielt Kriterien wie Preiskategorie, Zielgruppe oder Branche. Zeigt, für welche Kundenprofile Sie sichtbar sind und für welche nicht. - Brand-USP-Prompt: z.B. „Wofür ist [Ihr Unternehmen] bekannt?"
Zeigt, welches Bild die KI bereits von Ihrer Marke hat und ob Ihre Alleinstellungsmerkmale und Verkaufsargumente darin auftauchen. - Negativ-Prompt: z.B. „Was sind die Nachteile von [Ihrer Marke]?"
Solche Prompts machen sichtbar, welche negativen Quellen die KI heranzieht. Diese können Sie im nächsten Schritt gezielt angehen, beispielsweise indem Sie dort Lösungen für die genannten Kritikpunkte anbieten.
Schauen Sie sich auch an, wie Ihre Mitbewerber in den KI-Antworten beschrieben werden. Welche Eigenschaften werden ihnen zugeschrieben? Und welche davon treffen auch auf Sie zu, werden aber bisher nicht mit Ihnen verbunden? Hier können Sie mit der Optimierung ansetzen und gezielt Inhalte schaffen, die die Prompts besser beantworten.
Finden Sie heraus, welche Quellen die KI heranzieht
Viele KI-Systeme zeigen Ihnen nicht nur eine Antwort, sondern auch, woher die Informationen einer Websuche stammen. Das ist für Ihre GEO-Analyse Gold wert.
Schauen Sie sich die Quellen für die zuvor identifizierten Prompts genau an:
- Welche Webseiten werden genannt?
Sind es Fachportale, Vergleichsseiten, Wikipedia, oder tauchen Wettbewerber auf?
Notieren Sie sich die am häufigsten genannten externen Seiten. Wenn ein bestimmtes Fachportal oder Branchenverzeichnis regelmäßig als Quelle erscheint, lohnt es sich zu prüfen, ob Ihr Unternehmen dort bereits präsent ist. - Welche Art von Inhalt werden zitiert?
Ratgeberartikel, Produktseiten, Presseberichte oder eher allgemeine Branchenseiten?
Wenn eine Art von Inhalt besonders gerne herangezogen wird, kann es sich lohnen, diesen für GEO in den Fokus zu nehmen. Mehr zu Contentoptimierung für GEO haben wir in Teil 02 der GEO-Reihe für Sie beschrieben.
Ein erster Einstieg in die KI-Suche ohne großes Budget
GEO ist kein exklusives Thema für Großkonzerne mit eigenen Marketingabteilungen. Auch kleine und mittelständische Unternehmen können bereits damit beginnen, ihre Sichtbarkeit in KI-Systemen zu verstehen und gezielt zu verbessern. Der entscheidende erste Schritt kostet nichts außer Neugier: Öffnen Sie ChatGPT, stellen Sie die Fragen Ihrer Kunden und schauen Sie, was zurückkommt.