Social Commerce 2026: Wenn der Feed zum Verkaufskanal wird

Ihre Kunden scrollen durch Instagram, entdecken ein Produkt und kaufen es direkt in der App, ganz ohne Umwege über Google. Das nennt sich Social Commerce, also der Verkauf von Produkten über soziale Netzwerke.
Laut einer aktuellen Umfrage des Digitalverbands Bitkom kauft schon fast ein Drittel der Internetnutzer in Deutschland so ein.* Entweder direkt über integrierte Kauffunktionen wie TikTok Shop und Facebook Marketplace oder über Weiterleitungen aus dem Feed zu externen Shops. Für Online-Händler stellt sich damit nicht mehr die Frage, ob Social Commerce relevant ist, sondern wie sie die Chance richtig nutzen.

Wer kauft wo und warum

Instagram ist die meistgenutzte Plattform für Social Commerce: 15 Prozent der Internetnutzer kaufen dort ein. Es folgen Facebook mit 14 Prozent und YouTube mit 11 Prozent. Dahinter liegen TikTok mit 8 Prozent, Pinterest mit 4 Prozent und Snapchat mit 3 Prozent.*

Besonders Jüngere treiben den Trend voran: Unter den 16- bis 29-jährigen Internetnutzern kaufen 48 Prozent über Social Media ein. Instagram sticht dabei als wichtigste Plattform hervor, denn mehr als ein Drittel dieser Altersgruppe (34 Prozent) kauft dort ein.

Der Kaufimpuls entsteht auf Social Media oft ungeplant: Wer durch den Feed scrollt, ist nicht auf der Suche nach einem Produkt, kauft manchmal aber trotzdem. Soziale Netzwerke nutzen genau diesen Moment, indem sie Entdecken und Kaufen auf einer einzigen Plattform reibungslos zusammenführen.

Werbung und Influencer: Was wirklich funktioniert

42 Prozent der Social-Commerce-Käufer stoßen regelmäßig durch Werbeanzeigen in sozialen Netzwerken auf neue Produkte. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 46 Prozent.*

Influencer-Marketing spielt ebenfalls eine Rolle, kommt aber nicht bei allen Nutzern gut an: Nur 21 Prozent der Nutzer finden es sympathisch, wenn Unternehmen mit Influencern werben. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es zwar 33 Prozent, gleichzeitig wünscht sich die jüngere Altersgruppe aber auch eine klarere Kennzeichnung der Werbebeiträge von Influencern (43 Prozent).* Für Unternehmen bedeutet das: Transparenz ist ein Vertrauensfaktor. Wer auf Influencer-Kooperationen setzt, sollte auf klare Kennzeichnung achten.

Wohin entwickelt sich Social Commerce?

15 Prozent der Social-Commerce-Käufer können sich vorstellen, künftig nur noch in sozialen Netzwerken einzukaufen. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar 29 Prozent.*
Diese Zahlen zeigen, wo die Reise hingeht. Plattformen wie Instagram und TikTok investieren massiv in native Checkout-Funktionen und Live-Shopping-Formate. Der Trend geht klar in Richtung eines nahtlosen Einkaufserlebnisses direkt im Feed, ohne Medienbruch.

Gleichzeitig wächst der Druck auf Händler, ihre Produktdaten plattformübergreifend konsistent und vollständig bereitzustellen. Wer mit strukturierten, vollständigen und ansprechenden Produktinformationen antritt, hat bessere Chancen, im Feed sichtbar zu werden und zu verkaufen.

Was Händler konkret angehen sollten

Wer Social Commerce als Kanal ernsthaft nutzen will, sollte folgende Punkte auf dem Radar haben:

  • Die richtige Plattform für die eigene Zielgruppe wählen: Nicht jede Plattform passt zu jedem Sortiment. Modeartikel und Lifestyle-Produkte funktionieren auf Instagram und TikTok gut, erklärungsbedürftige Artikel finden auf YouTube ein interessiertes Publikum.
  • Produktdaten konsequent pflegen: Feed-Anzeigen und Empfehlungsalgorithmen funktionieren nur mit vollständigen, kanalgerecht aufbereiteten Produktinformationen. Ein zentrales PIM-System hilft dabei, Daten konsistent über alle Plattformen auszuspielen.
  • Messbarkeit von Anfang an einplanen: Wer Social Commerce neu aufbaut, sollte von Beginn an tracken, welche Kanäle und Inhalte tatsächlich zu Käufen führen. Welche Produkte performen über welche Plattform? Diese Daten sind die Grundlage, um Budget und Aufwand gezielt einzusetzen.

Social Media ist kein Nebenschauplatz mehr

Die Bitkom-Zahlen machen deutlich: Social Commerce ist in der Mitte der deutschen Kaufrealität angekommen. Für Online-Händler bedeutet das, soziale Netzwerke als vollwertigen Verkaufskanal zu begreifen und entsprechend zu bespielen. Wer jetzt in Produktdatenqualität, kanalgerechte Inhalte und smarte Werbung investiert, verschafft sich eine solide Ausgangsbasis.

Quellen

Bitkom: Pressemitteilung “3 von 10 kaufen über soziale Netzwerke ein

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