Viele Unternehmen haben ihre Webseiten-Inhalte in den letzten Jahren konsequent für Suchmaschinen optimiert: Keywords recherchiert, Ratgeberartikel geschrieben, W-Fragen beantwortet. Doch in der KI-Suche funktioniert dieses Erfolgsrezept nur noch eingeschränkt.
KI-Systeme fassen Informationen aus vielen Quellen zusammen und liefern direkt eine fertige Antwort. Inhalte, die lediglich allgemeines Wissen wiederholen, haben es schwer, als Quelle hervorzustechen. Damit Ihr Unternehmen in KI-Antworten auftaucht, braucht es Inhalte, die mehr bieten als allgemeine Erklärungen.
In Teil 2 unserer Reihe „Mit GEO fit für die KI-Suche“ zeigen wir Ihnen, welche Inhalte ChatGPT und Co. tatsächlich zitieren.
Wie KI-Systeme Content auswählen
Da GEO noch ein relativ junges Feld ist, lässt sich bislang nur in Ansätzen erkennen, nach welchen Kriterien KI-Systeme Inhalte für ihre Antworten auswählen. Aus Beobachtungen aus der Praxis lassen sich jedoch erste Hinweise ableiten:
- Klarheit und semantische Eindeutigkeit: Viele KI-Systeme analysieren Webseiten in kleineren Textsegmenten. Absätze, die eine klare Aussage oder präzise Erklärung enthalten, können leichter als relevante Informationsquelle für bestimmte Prompts erkannt werden.
- Einzigartige Perspektiven und eigene Erfahrungen: Inhalte, die eigene Beobachtungen, einzigartige Perspektiven und belegbare Daten enthalten, liefern Informationen, die in dieser Form nicht überall im Web verfügbar sind. Solche Informationen werden häufiger verlinkt oder zitiert und erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit, von Such- und KI-Systemen aufgegriffen zu werden.
- Glaubwürdigkeit und Reputation der Quelle: Generative Systeme greifen auf Informationen aus verschiedenen Quellen zurück. Inhalte aus etablierten Fachmedien, Vergleichsportalen oder Studien werden im Web häufiger zitiert und gelten deshalb oft als besonders glaubwürdige Quellen.
Prompt-Recherche: Die Basis der Contentoptimierung
KI-Suchen beginnen mit einer Nutzeranfrage: dem Prompt. KI-Systeme suchen daraufhin nach Inhalten, die diese Fragen möglichst gut beantworten. Bevor Sie also einen einzigen Satz optimieren, lohnt es sich, Ihre Zielgruppe genau zu verstehen: Welche Fragen beschäftigen potenzielle Kunden und welche Prompts geben sie in KI-Systeme ein?
Tipp
Bestehende SEO-Daten können bei der Prompt-Recherche helfen. Lange Suchanfragen aus der Google Search Console oder Keyword-Tools liefern gute Hinweise auf Prompt-Formulierungen. Auch typische Fragen aus Vertriebsgesprächen zeigen, welche Probleme Ihre Zielgruppe tatsächlich beschäftigen.
3 Content-Prinzipien für GEO
Wer verstanden hat, welche Prompts relevant sind, steht vor der eigentlichen Aufgabe: Inhalte zu diesen User Intents schaffen. Folgende Prinzipien können dabei helfen:
- Expertenwissen sichtbar machen
Inhalte wirken für automatische Systeme oft glaubwürdiger, wenn hinter ihnen erkennbare Fachleute stehen. Nennen Sie deshalb Autoren beim Namen, zeigen Sie echte Fotos und lassen Sie Experten direkt zu Wort kommen. - Originelle Formate entwickeln
Allgemeine Zusammenfassungen sind im Web bereits vielfach vorhanden. Schaffen Sie einzigartige Perspektiven und inspirierende Inhalte, die Erfolgsgeschichten zeigen. Das können beispielsweise Umfragen sein wie: „Wir haben 15 Onlinehändler gefragt, welche Herausforderungen sie bei der Einführung eines PIM-Systems hatten– hier sind die Antworten.“ Auch datenbasierte Studien oder Praxisberichte können Ihren Content von anderen Texten im Web abheben. - Auch auf externen Seiten präsent sein
Für KI-Systeme zählt nicht nur der Content auf der eigenen Website. Deshalb kann es sinnvoll sein, auch auf externen Plattformen präsent zu sein, etwa in Vergleichsartikeln, Branchenportalen, Fachbeiträgen oder Studien.
Wie lässt sich GEO-Erfolg messen?
Viele Regeln der KI-Suche sind noch im Entstehen: Genau deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt, um zu experimentieren und zu beobachten, welche Inhalte in KI-Antworten erscheinen und welche nicht. Neben klassischen Web-Analytics können folgende Fragen helfen, den eigenen Fortschritt zu bewerten:
- Wie oft wird mein Unternehmen in KI-Antworten genannt?
- Wie häufig erscheinen meine Inhalte im Vergleich zu meinen Mitbewerbern?
- Wie wird meine Marke in KI-Antworten dargestellt?
- Werden meine Inhalte korrekt interpretiert und zitiert?
Contentstrategien verändern sich
Für die Sichtbarkeit in KI-Systemen reicht es nicht mehr aus, nur Inhalte für Suchmaschinen zu optimieren. Entscheidend ist, ob Inhalte neue Perspektiven bieten, klare Aussagen enthalten und die Quelle als vertrauenswürdig eingestuft wird. Wer beginnt, Inhalte gezielt auf relevante Nutzerfragen auszurichten, schafft die Grundlage für Sichtbarkeit in der KI-Suche.
