Früher hat gute Suchmaschinenoptimierung (kurz SEO) gereicht, um gefunden zu werden. Die Suche über KI nimmt jedoch immer mehr an Fahrt auf. Klassische Suchmaschinen verlieren an Dominanz, während KI-gestützte Antwortsysteme wie ChatGPT, Perplexity oder Google Gemini neue Wege der Informationsbeschaffung eröffnen. Das bedeutet: Es braucht mehr, um sichtbar zu bleiben. Während Unternehmen jahrelang auf SEO (Search Engine Optimization) gesetzt haben, drängt nun mit der Generative Engine Optimization (kurz GEO) ein neuer Ansatz ins Rampenlicht.
Was ist GEO?
Generative Engine Optimization bezeichnet Maßnahmen zur Optimierung von Inhalten für generative KI-Systeme. Statt Rankings auf Google geht es nun darum, in den Antworten von KI-Assistenten präsent zu sein. GEO verfolgt damit ein anderes Ziel: Sichtbarkeit nicht in den Suchergebnissen, sondern in den generierten Antworten selbst.
Dabei greifen diese Systeme nicht auf einzelne Webseiten, sondern auf ein komplexes Zusammenspiel aus Trainingsdaten, aktuellen Quellen und eigenen Sprachmodellen zurück. Klassisches Keyword-Stuffing oder Backlink-Strategien verlieren damit an Bedeutung. Relevanz, Vertrauenswürdigkeit und strukturierte Daten rücken in den Vordergrund.
GEO vs. SEO – die wichtigsten Unterschiede
SEO bleibt weiterhin wichtig, aber allein nicht mehr ausreichend. GEO ergänzt SEO dort, wo neue Technologien dominieren.
| Kriterium | SEO | GEO |
|---|---|---|
| Zielplattform | Google, Bing & Co. | KI-Assistenten, Chatbots, Answer Engines |
| Fokus | Rankings in SERPs | Integration in generative Antworten |
| Technik | Keywords, Backlinks, Meta-Tags | strukturierte Daten, semantische Relevanz, Autorität |
| Nutzerverhalten | Suchende klicken auf Links | Nutzende stellen Fragen, erhalten direkt Antworten |
5 Maßnahmen für erfolgreiche GEO-Strategien
Entitäten stärken: Wer als Organisation, Person oder Marke in Antworten auftauchen will, muss als „Entität“ erkennbar sein. Das gelingt durch strukturierte Daten (z. B. Schema.org), klare Markenkommunikation und konsistente Online-Profile.
Expertenstatus etablieren: Generative Modelle bevorzugen vertrauenswürdige Quellen. Fachartikel und Gastbeiträge auf anerkannten Plattformen, Whitepaper, Zitate in Fachmedien und Presse sowie Thought Leadership auf LinkedIn & Co. erhöhen die Chance, von KIs als Quelle herangezogen zu werden.
Inhalte für KI lesbar machen: KI-Systeme bevorzugen Inhalte, die sich leicht extrahieren und zusammenfassen lassen. Texte sollten daher klar, verständlich und logisch aufgebaut sein. Neben verständlicher Sprache sind strukturierte Inhalte entscheidend. Dazu gehören: saubere Überschriften-Hierarchien, Bullet-Points, FAQ-Abschnitte, strukturierte Tabellen, kurze Absätze und semantisch korrekte HTML-Elemente. Auch eine saubere interne Verlinkung ist hilfreich.
Präsenz auf neuen Plattformen: Generative KI-Tools ziehen ihre Informationen aus verschiedensten Quellen – häufig auch aus Reddit, Quora, Stack Overflow, Medium oder GitHub. Es lohnt sich, auf diesen Plattformen sichtbar zu sein: durch Kommentare, Fachbeiträge, Diskussionsteilnahmen oder geteiltes Wissen. Auch Social-Media-Plattformen mit offenem Zugriff (z. B. LinkedIn oder YouTube) können einen Beitrag leisten.
Relevante und aktuelle Inhalte liefern: Generative KI bevorzugt aktuelle Inhalte, besonders wenn sie auf Echtzeitdaten oder Web-Crawling zurückgreift. Wer regelmäßig neue, relevante und gut gepflegte Inhalte veröffentlicht, erhöht die Chance, in Antworten aufzutauchen. Auch Evergreen-Content sollte gelegentlich überarbeitet werden, um aktuell zu bleiben.
GEO ist kein Ersatz für SEO, sondern dessen logische Weiterentwicklung
Suchmaschinenoptimierung hat uns gelehrt, Inhalte auffindbar zu machen. GEO verlangt mehr: Inhalte müssen verständlich und nutzbar für KI-Systeme sein. Wer heute GEO ignoriert, könnte morgen aus den digitalen Antworten verschwinden, auch wenn die Inhalte eigentlich gut sind.
GEO ist dabei keine Konkurrenz zu SEO, sondern eine Weiterentwicklung. Während SEO auf Rankings abzielt, denkt GEO weiter: „Wie schaffe ich es, in den Antworten stattzufinden, nicht nur in den Links darunter?“
Für Unternehmen und Marken bedeutet das: Wer frühzeitig SEO um GEO erweitert, sichert sich Vorsprung in der nächsten Phase der digitalen Sichtbarkeit.